«Vom Vegi-Restaurant ins Steak-House»

Roberto Zanetti und Bea Heim zu Gast bei der SP in Wangen Letzten Donnerstag informierte die SP Wangen über die bevorstehenden Abstimmungen. Eine kleine Gruppe interessierter Zuhörer versammelte sich im Restaurant Bahnhof in Wangen. Als Erstes sprach Roberto Zanetti über die Abschaffung der Handänderungssteuer. «Das tönt durchaus sympathisch, aber dem Finanzhaushalt des Kantons Solothurn fehlen dann 10 Millionen Franken; und das bei weiterhin düsteren Aussichten.» Er erläuterte in wie gewohnt lebendiger Rede seine Motivation für die Ständeratswahl. «Es tschuderet mich, wenn ich mir einen SVP-ler auf ‹Aschis› Stuhl vorstelle!» Seinen gewünschten Wechsel in den Ständerat verglich er mit folgenden Worten: Es sei, wie wenn man von einem  Vegi-Restaurant in ein Steak-House wechsle. «Gefällt es einem in einem Rat nicht, heisst das nicht, dass der andere auch nicht der Richtige ist. Im Gegenteil, denn genau das Debattieren, das im Stöckli gefordert ist, liegt und gefällt mir eben speziell.» Nach dem Beantworten einiger Fragen aus dem Publikum, so etwa nach seiner Meinung zur Gsoa-Initiative und den grossen Arbeitsplatzverlusten im Kanton Solothurn, übergab er das Wort an Bea Heim. Sie argumentierte zuerst differenziert und ausführlich über die Minarettinitiative. «Die diskriminierenden Plakate haben zu einer notwendigen und auch sinnvollen Diskussion über den Islam in der Schweiz geführt, aber ob ein ‹Türmchen› gebaut werden darf oder nicht, darauf kommt es bestimmt nicht an.» Vielmehr würde ein Verbot das Gegenteil davon erreichen, was die Befürworter eigentlich wollen, nämlich fundamentalistische Tendenzen erst recht schüren, anstatt die Probleme, die es zweifelsohne gebe, zu lösen. Zum Verbot von Kriegsmaterialexporten äusserte sie dann ein klares Ja. «Anstatt Geschäfte mit dem Tod zu machen, soll man nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und so ein Friedenssignal in die Welt setzen.» Der Spezialfinanzierung im Luftverkehr konnte sie dann aber nicht viel abgewinnen. Sie empfehle sie abzulehnen, denn die zusätzlichen 20 Millionen Franken brauche der Flugverkehr nicht unbedingt, man müsse den ja nicht noch zusätzlich fördern,  die sollen sich selber organisieren. Das gab dann einiges zu reden, denn nicht alle waren dieser Meinung. Auch sonst gab es nachher noch viel am Beizentisch (aber nicht auf Biertischniveau) zu besprechen und erst zu fortgeschrittener Stunde dachten die Genossen wieder ans Heimgehen. (SBW)

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