Maximen zwischen Autolärm und Betzeitglocke

Aarebistro, Autolärm, Betzeitglocke und dazwischen ein paar Politmaximen: Das sind die Ingredienzien lauschiger Sommerabende in Wahlkampfvorzeiten. Die SP der Stadt Olten hat diese Chance am Mittwochabend genutzt und Genossinnen und Genossen, die Nationalratskandidierenden und den Ständeratskandidaten aus den eigenen Reihen an den Aarestrand geladen. 9 von 14 NR-Kandidierenden kamen,
Roberto Zanettials Ständeratskandidat ebenfalls.

Gemeinsamkeiten machens aus

Für eine gute Zigarettenlänge hatten die Gäste dann Gelegenheit, sich und ihre Maximen zu präsentieren. Das fiel vor allem den Auswärtigen und Unbekannteren einfacher als denjenigen, die – wenigstens in Olten und Umgebung – so bekannt sind wie «rote Hunde». Zanetti etwa machte sich einen Spass daraus, sich als Hanspeter Rüdisüli vorzustellen und Urs Huber nannte wohlwissend noch nicht mal einen Namen. «Ihr wisst ja, wie ich heisse», meinten Huber und Zanetti gleichermassen an die Adresse der Anwesenden.

Ob bekannt oder unbekannt: Viele gemeinsame Stossrichtungen – wen wunderts – konnten die Zuhörer schon ausmachen. Mehrfach genannt als Zielsetzungen etwa wurden die Neuausrichtung in der Energie- und Verkehrspolitik (Bea Heim, Edna Baumgartner, Urs Huber, Peter Schafer), die gerechtere Güter- und Mittelverteilung samt der darin eingeschlossenen Sektoren wie zahlbares Gesundheitswesen für alle, freien Zugang zu Bildung, sichere Arbeitsplätze (Marco Simon, Susanne Schaffner-Hess, Philipp Hadorn, Andreas Bühlmann), während Urs Wirth generell erklärte, man müsse die Zukunft gestalten und nicht (weiter) die Vergangenheit verwalten. Eine weitere Gemeinsamkeit stellten die neun ebenfalls immer wieder in den Raum: Die Möglichkeit, einen zweiten NR-Sitz zu gewinnen. Mann und Frau gaben sich optimistisch an diesem lauen Sommerabend; dabei hatte doch Friedrich Dürrenmatt einst schon reklamiert, Optimismus sei die Berufskrankheit des Theaters.
Das Finale bestritt Roberto Zanetti. Er sei mit vielem, ja fast allem einverstanden, was hier gesagt worden sei, meinte er, auch wenn er nicht –wie einer seiner Vorredner – alles in Bibelzitate packen könne. Bei allem Elan für den Nationalrat aber sei ihm auch die Stärkung der SP im Ständerat ein Anliegen. Dort gäbe es noch zu viele andere Farben, deren Anteil disproportional zu ihrem Wähleranteil stünde. «Wir müssen uns Mühe geben, unseren SP-Sitz im Ständerat zu halten», meinte er dann noch. Denn selbst ein hoher Anteil an Sitzgewinnen im Nationalrat sei keine Garantie für eine Politik, die der Maxime Mani Matters «dene wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser wos weniger guet geit» Rechnung trage. «Ein Zweikammersystem funktioniert nun mal so», sagte er noch, ehe der offizielle Teil der Parteiversammlung ein Ende fand.

Text: Urs Huber

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